edelsprint
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Von der Forschung zur Idee

23.04.2020

„Jede Idee hat irgendwo ihren Ursprung.“

Heute zeigen wir euch, was uns dazu gebracht hat, edelsprint zu gründen.

Angefangen hat das Ganze in der Arbeitsgruppe „Mensch-Computer-Interaktion“ der Universität Paderborn, wo wir über viele Jahre in den Bereichen des Usability Engineerings und User-Experience Design geforscht haben. Neben grundlegender Forschungsarbeit haben wir hier vor allem auch zahlreiche neuartige Interaktionstechniken entwickelt, die fernab der heutigen Vorstellung von der „Benutzung eines Computers“ sind. Diese auf die Zukunft ausgerichteten Technologien beruhen auf einem neuen Verständnis von Arbeit mit einem digitalen System, welches möglichst intuitiv und vollkommen selbstverständlich zu bedienen sein sollte.

Kennst Du vielleicht den Film Minority Report? Dann erinnerst Du Dich mit Sicherheit an die berühmte Szene, in der Tom Cruise einen Computer nicht durch Maus und Tastatur, sondern durch Freihandgesten im Raum steuert.

Quelle: 20th Century Fox

Genau mit solchen Dingen haben wir uns beschäftigt, wobei man sagen muss, dass unser Labor nicht annähernd so schick war. 😆

Dennoch konnten wir hier mit großer Experimentierfreude an den Systemen der Zukunft arbeiten: Benutzungsschnittstellen, die durch neue Eingabeparadigmen viel effektiver, einfacher und mit größerer Zufriedenhheit bedient werden können. Stets mit dem Ziel, dass der Anwender im Fokus ist, während die Technologie so mit dem Nutzungskontext verschmilzt, dass sie im besten Falle gar nicht mehr wahrgenommen wird – eine Idee, die ursprünglich aus dem Forschungsbereich des Ubiquitous Computing stammt.

Neben gestenbasierten Techniken experimentierten wir aber vor allem mit sogenannten Natural User Interfaces, also interaktiven Displays, die ausschließlich „natürlich“, d. h. nicht durch separate Geräte, sondern nur mit den Fingern per Multi-Touch-Interaktion zu bedienen sind – etwas, das wir heute bei Smartphones und Tables schon lange kennen und gewohnt sind.

Eindrücke unseres Labors

Im Zuge unserer Forschung konstruierten wir große Multi-Touch-Tische, die im Gegensatz zu Smartphones und Tablets nicht nur von einer einzelnen Person, sondern von vielen Personen gleichzeitig bedient werden können. Um dies zu ermöglichen, entwickelten wir neue Methoden der Eingabeverarbeitung und Interaktionstechniken, die für kollaborative Arbeitsszenarien ausgelegt sind. Und wie im Bild oben zu erkennen, ließen sich damit auch neue Computerspiele umsetzen, in denen Spieler am Tisch unterschiedliche Aufgaben übernehmen und diese gleichzeitig ausführen müssen, um z. B. ein Raumschiff gemeinsam gegen interstellare Angriffe zu schützen. 🚀

Darauf aufbauend kombinierten wir diese Tische später mit zusätzlichen Geräten (Smartphones, Tablets und interaktiven Wand-Displays), um die Benutzerinteraktionen nicht nur auf einem einzelnen Gerät, sondern auch zwischen den Geräten zu ermöglichen. Beispielweise konnten wir in Meetingszenarien einfach Dinge vom Smartphone auf große Displays „wischen“, um sie dort direkt mit der Gruppe zu besprechen. Teilnehmer konnten vorab ihre Smartphones einfach auf den Multi-Touch-Tisch legen, um somit an einer Besprechung teilzunehmen. Mit dem Ablegen des Gerätes wurde der Arbeitsstand der jeweiligen Person auf dem Tisch visualisiert, die sich in der Teambesprechung anschließend neue Aufgaben einfach „auf das Smartphone“ schieben konnte.

Wir nannten das Konzept Blended Interaction und fanden schnell ein Anwendungsszenario, das wie gemacht dafür war, um die neuen Ideen in der Praxis auszuprobieren: die agile Entwicklung von Produkten nach Scrum. Denn die in Scrum vorgeschriebenen Events (Sprint-Planung, Daily Scrum, Sprint-Review und Sprint-Retrospektive) sind allesamt hoch kollaborative Meetings zwischen verschiedenen Personen mit unterschiedlichen Aufgaben.

Daraufhin ging es Schlag auf Schlag. Wir starteten eine umfassende Analyse der Schwachstellen existierender Scrum-Tools und entwickelten mithilfe mehrerer Projektgruppen zeitgleich einen Prototypen, um die neuen Konzepte in der Praxis zu erproben. Dabei wurde uns schnell bewusst, wie sehr unser Prototyp unsere eigene agile Entwicklungsarbeit positiv beeinflusste, weswegen wir ihn schnell für die Planung und Durchführung unserer eigenen Projekte einsetzten. Den Praxistest weiteten wir nach einiger Zeit auch auf externe Teams aus, die zum selben Ergebnis kamen und nicht nur von der einfachen Bedienung unseres Scrum-Tools begeistert waren, sondern auch darüber berichteten, wie die Agilität ihrer Teams gefördert wurde und sich Projekte schneller, kostengünstiger und mit mehr Zufriedenheit im Team umsetzen ließen.

Das war der Punkt, an dem wir uns dazu entschlossen haben, mehr aus unserer Forschungsarbeit zu machen und bewarben uns auf das Förderprogramm START-UP Hochschul-Ausgründungen NRW (heute START-UP transfer.NRW). Dieses stellt Mittel der Europäischen Union und des Landes NRW bereit, um Wissenschaftlern zu ermöglichen, ihre Forschungsergebnisse und Eigenentwicklungen aus der Universität heraus zur Ausgründung zu bringen. In unserem Fall war das Ziel, den Prototypen noch einmal von Grund auf neu zu entwickeln und innerhalb von 18 Monaten zur Marktreife zu bringen.

Europäische Union und EFRE.NRW

Allerdings war die Bewerbung alles andere als einfach, denn der Antrag besteht aus sehr vielen Bestandteilen, u. a. einem vollständigen Businessplan mit einer Finanzplanung für die nächsten fünf Jahre, sowie allerlei einzureichenden Unterlagen, die zur Gewährung von Fördermitteln aus der EU notwendig sind. Nach knapp drei Monaten intensiver Arbeit, während der wir von TecUP betreut wurden, hatten wir alles zusammen und wurden nach genauer Prüfung zum Pitch unseres Vorhabens vor dem Bewertungsgremium ins Wirtschaftsministerium eingeladen, was aufgrund der Mischung aus sommerlichen Temperaturen und vielen Personen in einem ziemlich kleinen Raum des 21. Stocks des Gebäudes schon ein besonderes Erlebnis war.

Als dann nach einigen Wochen der positive Bescheid kam, stand unseren Plänen nichts mehr im Wege und somit zogen wir im April 2019 in eine der „Garagen“ des Startup-Sprungbretts garage33 im Technologiepark Paderborn. Über unsere zahlreichen Erlebnisse dort werden wir im nächsten Post berichten.

Unsere offizielle Firmengründung erfolgte im Oktober 2019. Momentan stehen wir kurz vor dem offiziellen Release von edelsprint und freuen uns sehr darauf, unsere Vision wahr werden zu lassen: Teams das volle Potenzial von Scrum zu ermöglichen. 🎉🎉🎉

Im Rahmen der Neuentwicklung der Anwendung haben wir übrigens einige der ursprünglichen Interaktionskonzepte überarbeitet und im Hinblick auf die Markttauglichkeit angepasst. Somit ist z. B. kein Multi-Touch-Tisch zur Verwendung von edelsprint notwendig, da diese Technologie noch nicht weit verbreitet ist. Das bedeutet aber nicht, dass die Anwendung nun weniger innovativ ist. Im Gegenteil, denn alle ursprünglichen Aspekte zur Förderung von Agilität sind natürlich weiterhin vorhanden.

Zudem konnten wir zahlreiche neue Ideen erarbeiten, sodass unsere Entwicklungs-Pipeline auch nach unserem Release für eine lange Zeit gefüllt sein dürfte. Dank unseres Forschungshintergrunds sind wir ebenfalls bereit für vollkommen neue Wege, um zukünftig mit einem digitalen System zu arbeiten. Es bleibt also auch auf lange Sicht hin spannend.

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